Ich bin Deutsch!

Ein Projekt gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Herzlich willkommen auf “Ich bin Deutsch! – Ein Projekt gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

Warum gibt es dieses Projekt überhaupt?

Schon seit über zwanzig Jahren bin ich mit meiner Frau, die afrodeutsche Wurzeln hat, zusammen. Ich weiss also sehr gut was es heisst, auch in einem Deutschland des 21. Jahrhunderts „anders auszusehen“. Dieses “Wissen” und der Umgang damit beschäftigt mich schon eine sehr lange Zeit. Dieses Projekt dient somit auch zur Verarbeitung von Erfahrungen und Erlebtem.

Der letztendliche Auslöser war jedoch die Aussage des damaligen Bundessprechers einer neu in den Bundestag eingezogenen Partei, am Wahlabend zur Bundestagswahl 2017.

„Ich sehe zum Teil in den Innenstädten, in denen ich mich bewege, nur noch vereinzelt Deutsche.“

Jörg Meuthen / AFD

Ich habe mich daraufhin gefragt: Wie sehen „Deutsche“ denn aus?

  • Wie ich, mit meinen tschechischen Wurzeln mütterlicherseits?
  • Wie meine Frau, mit ihren afroamerikanischen Wurzeln väterlicherseits?
  • Sind das die mit den Hoodies oder die mit den Paperbags?
  • Sind das die vor der Pommesbude, oder die vor dem Hipsterlokal?

Diese Aussage hat das Fass zum Überlaufen gebracht, so dass ich mich noch am selben Abend dazu entschlossen habe, etwas gegen diese ausgrenzende Aussage, gegen die Haltung dahinter und etwas für die betroffenen Menschen zu unternehmen. So ist daraus, nur wenige Tage später, mein Projekt „Ich bin Deutsch! Ein Projekt gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ entstanden.

Ziele meines Projektes

Mit meinem Projekt möchte ich versuchen, ein Zeichen gegen die Stereotypisierung von „Aussehen“ zu setzen, da Herkunft und Hautfarbe ebenso unerheblich sind wie Religion, Sprache, Kleidung oder sexuelle Orientierung.

Wichtig ist einzig und allein der Mensch und ein menschenwürdiger Umgang untereinander und miteinander!

Als Blogger und Fotograf möchte ich versuchen, etwas gegen eine Aufkommende, vielleicht auch schon angekommene, rechtspopulistische Strömung zu unternehmen. Ich möchte ein Zeichen setzen gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Populismus und dumpfe Deutschtümelei, um damit der Vielfalt in unserer Demokratie mit Meinungen und Geschichten „aus dem Leben“ Ausdruck zu verleihen.

Ganz grundsätzlich möchte ich auch versuchen, einige verschlossene Schubladen wieder zu öffnen. Ja, vielleicht ist meine Denke dahingehend – also in Bezug auf das Öffnen von Schubladen – ein wenig naiv. Aber vielleicht braucht es, neben den ganzen „intellektuellen“ Ansätzen, auch mal eines naiveren Ansatzes.

Hierzu interviewe und fotografiere ich Menschen mit Migrationshintergrund, die sich mit meinem Projekt und dessen Aussagen identifizieren können.

Menschen, die die Courage haben, ihre Meinung zu sagen ohne dabei ihr Gesicht zu verstecken.

Kurz gesagt: Menschen mit Zivilcourage. Menschen die viel mehr besitzen als „die Anderen“: nämlich einen Hintergrund!

Zum Schluß dieser Einführung noch eine sehr persönliche Erfahrung.
Ich kenne meine Frau nun schon seit über zwanzig Jahren als eine echt taffe Person. Auch und vor allem im Umgang mit ihrer Hautfarbe.
Nach den ersten Fernsehbildern über die damaligen Hetzjagden in Chemnitz sagte sie nur fassungslos:

Wo soll ich den hingehen, wenn das noch schlimmer wird? Was, wenn das hier bei uns auch so wird? Ich bin doch hier geboren und zuhause!“


Die aktuellsten Beiträge